Ein Bild zwischen Krieg, Hoffnung und Versöhnung - die Stalingrad-Madonna von Kurt Reuber
Vortrag von Silke Luther im Mittwochkreis
Silke Luther erzählt von der berühmten „Stalingrad-Madonna“, einer eindrücklichen Kohlezeichnung, die zu Weihnachten 1942 im Kessel von Stalingrad entstand. Ihr Schöpfer ist der Theologe, Arzt und Maler Kurt Reuber (1906–1944), der als Sanitätsoffizier in der 6. Armee der Wehrmacht diente und die Einkesselung in Stalingrad miterlebte.Reuber zeichnete das Bild unter extremen Bedingungen auf die Rückseite einer Landkarte. Es zeigt eine Mutter mit Kind, schützend in einen Mantel gehüllt - ein Sinnbild für Geborgenheit, Trost und Menschlichkeit mitten im Krieg. Die Zeichnung wurde noch vor der Kapitulation der 6. Armee mit einem der letzten Flugzeuge aus dem Kessel ausgeflogen. Kurt Reuber geriet anschließend in sowjetische Kriegsgefangenschaft und starb Anfang 1944 im Alter von 38 Jahren.
Nach dem Krieg wurde die „Stalingrad-Madonna“ zu einem bedeutenden Symbol für Frieden und Versöhnung. Heute befindet sich das Original in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche in Berlin, weitere Kopien stehen unter anderem in Wolgograd und Coventry als Zeichen der Verständigung.
Der Mittwochkreis ist eine Bildungsinitiative von engagierten Menschen, die ihre nachberufliche Phase sinnstiftend für sich und andere gestalten möchten. Der Kreis organisiert unter dem Dach der Ev. Erwachsenenbildung wöchentlich Vorträge zu unterschiedlichen Themen. Er ist für Menschen jeden Alters offen und bietet auch Möglichkeiten, sich selbst zu engagieren und mitzugestalten. Die Teilnahme ist kostenfrei, zur Deckung der Unkosten wird um eine kleine Spende gebeten.
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