Joseph Süß
Freitag - 4. Juni 2027
ab 19:30
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Theaterplatz 1, 07548 Gera
Großes Haus Gera
Der kleine Saal im Theater GeraDer kleine Saal im Theater Gera
© Foto Ronny Ristok

Oper in 13 Szenen
Musik von Detlev Glanert Libretto von Werner Fritsch und Uta Ackermann

In der Reihe Wider das Vergessen

„Feuer fällt vom Himmel und verlischt nicht,
bis unser Volk hindurchgegangen ist.
Der Schnee: wie Blätter einer Rose aus Blut.“
Magus an Joseph Süß Oppenheimer

Es war ein Aufstieg ohnegleichen. Am Hof des Herzogs Karl Alexander von Württemberg gelingt dem jüdischen Berater Joseph Süß Oppenheimer eine glänzende Karriere bis an die Spitze des Staates. Sein Geschick als Finanzrat ermöglicht dem Regenten eine aufwändige Hofhaltung in absolutistischer Prachtentfaltung und auch er selbst kann an den Ausschweifungen teilhaben. Doch seine Gegner warten nur auf eine Gelegenheit, Süß zu Fall zu bringen. Aus ihrem Netz aus Intrigen, Lügen und Anfeindungen gibt es kein Entkommen. So wird Süß ein Prozess gemacht, dessen Ausgang längst feststeht: „Den Juden an den Galgen!“

Vor dem Hintergrund wachsenden Antisemitismus erhält Detlev Glanerts 1999 uraufgeführte Oper alarmierende Aktualität. Denn sie verdeutlicht anhand der historisch  verbürgten Ereignisse um den Finanzrat Joseph Süß Oppenheimer, die 1738 zu seiner grausamen Hinrichtung führten, wie stark die Mechanismen des Antisemitismus und ihre tödlichen Konsequenzen bereits im sonst so sonnig anmutenden Barock die gesellschaftliche Realität in Deutschland mitbestimmten.