FAUST – Nach dem Ende
Sonntag - 13. Juni 2027
ab 18:00
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Theaterplatz 1, 07548 Gera
Großes Haus Gera
Das Theater Gera im AussenbereichDas Theater Gera im Aussenbereich
© Foto Ronny Ristok

Ballett nach Johann Wolfgang von Goethe
In einer Choreografie von Daniel Proietto

Johann Wolfgang von Goethes Faust gehört zu den einflussreichsten Werken der europäischen Literatur. Im Zentrum steht die Geschichte eines Menschen, der das Wissen seiner Zeit gemeistert hat und dennoch nach einer tieferen Erfahrung des Lebens sucht. Die Frage, die Goethe stellt, wirkt bis heute nach: Was geschieht, wenn intellektueller Ehrgeiz schneller wächst als unsere Fähigkeit, mit seinen Folgen zu leben?

FAUST – Nach dem Ende öffnet Goethes Werk als Raum für neue Fragen und Perspektiven. Ausgangspunkt ist seine Idee der Verwandlung: Leben entfaltet sich nicht in festen Formen, sondern in Metamorphosen. Wissen, Vorstellungskraft und Verantwortung erscheinen als im Körper verankerte Erfahrungen.

Goethes naturwissenschaftliche Studien – etwa zur Pflanzenmorphologie oder zur Farbenlehre – beschreiben Form als Bewegung und Entwicklung. Diese Vorstellung einer lebendigen, sich wandelnden Struktur steht in enger Beziehung zur Sprache des Tanzes. Der Körper wird hier zum Ort, an dem Wahrnehmung, Denken und Erfahrung zusammenkommen.

Anstatt Goethes Drama erzählerisch nachzustellen, nähert sich die Choreo- grafie seinen Fragen über körperliche Zustände und Bewegungsprozesse. Bewegung macht sichtbar, wie persönliche Erfahrungen, gesellschaftliche Strukturen und kollektive Vorstellungen miteinander verwoben sind. Spannungen zwischen Streben und Gegenwart, Abstraktion und gelebter Erfahrung, Fortschritt und Verantwortung werden dabei nicht erklärt, sondern sinnlich erfahrbar.

Die Arbeit des argentinischstämmigen Choreografen Daniel Proietto, der sich mit dem Verhältnis von Körper, sozialen Systemen und kollektiver Imagination beschäftigt, eröffnet dabei eine zeitgenössische Perspektive auf Goethes Fragen. Ohne eine eindeutige Deutung anzubieten, lädt FAUST – Nach dem Ende das Publikum ein, diesen Fragen durch Bewegung, Wahrnehmung und gemeinsame Vorstellungskraft neu zu begegnen.

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