Twist In My Sobriety – was für ein Brett! Ein Song, der zum weltweiten Hit wird, vielfach berührt und die Jahrzehnte scheinbar mühelos überdauert. Er braucht wenig und gibt viel: den tiefen, eindringlichen Stimmklang einer jungen Frau auf der Suche nach ihrem Gefühl für die Welt und das ausgewogene Spiel einer Oboe. Das Lied schlägt ein, das schwere Gefühl wird dabei zunächst nicht unbedingt leichter. Die damals 19-jährige Tanita Tikaram wird quasi über Nacht zum Star. Der berühmte Song ihres ersten Albums erreicht in zahlreichen Ländern die Chartspitzen, Vergleiche mit großen Sängerinnen, Plattenvertrag, Auszeichnungen und unzählige Auftritte folgen.
Wenn ein einzelner Song derart durch die Decke geht, ist das oft Fluch und Segen zugleich – oder zumindest eines von beidem. Für die britische Singer-Songwriterin trifft weder das eine noch das andere zu. Der Song markiert schlicht einen Anfang. Nach ihrem Durchbruch 1988 blickt sie heute auf zehn Studioalben zurück und ist glücklich mit ihrem Weg, mit ihrem Leben: ohne die Last eines Megastars, dafür mit unabhängiger künstlerischer Haltung und viel Variation. Auch das ist übrigens bemerkenswert: Ihre musikalische Bandbreite aus Pop, Jazz, Blues, R’n’B und klassischem Folk bringt Fans aus unterschiedlichsten Genre-Kreisen zusammen, und ihre Auseinandersetzung mit der Welt bewegt nachhaltig.
Eigentlich hätte Tanita Tikaram auch in den 90ern aufhören können – zumindest, um ein „gutes Leben“ ohne finanzielle Sorgen zu führen. Glücklicherweise geht es ihr um mehr. Ihr aktuelles Album Liar schlägt im Grunde in dieselbe Kerbe wie ihr erstes: Es geht um die Welt und das, was in ihr passiert – nun mit gereiftem, nuanciertem Blick und vielleicht auch mit etwas mehr Wut im Bauch. Die Songs ihres Protestalbums handeln von Falschinformationen, Polarisierung, Rassismus, Entfremdung und Einsamkeit und richten sich mit klarer Haltung dagegen. Und obwohl sich diese Themen schwer wie Blei anfühlen, ist die Musik eindringlich schön.
Bei all den schmerzlichen Gedanken über die Entwicklungen unserer Zeit spricht die Sängerin in einem Interview dennoch von einer versöhnlichen Hoffnung: „Ich glaube, dass Musik die Kraft hat, Menschen zusammenzubringen.“ Glauben wir auch: music is language of us all!
Preis Information: Vorverkauf: 25,00 € Abendkasse: 30,00 €
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