Man kann sich gut vorstellen, ihnen auf einer entspannten WG-Party zu begegnen: ein paar halbkühle Getränke, die Küche von plaudernden Grüppchen belagert, im Wohnzimmer klackt der Bierpong-Ball, während auf dem Balkon bei gedimmtem Licht die wirklich deepen Gespräche stattfinden. Überall verteilt sind die Jungs von Šuma Čovjek anzutreffen. Man findet sie sofort sympathisch – irgendwie coole Typen, die einiges zu erzählen haben. Und auch wenn man gar nicht immer alles von den WG-Party-Gesprächen kapiert (oder behält), hat man sich trotzdem blendend verstanden.
Ganz ähnlich lässt sich auch die Begegnung mit ihrer Musik beschreiben. Die multikulturelle Band aus der Schweiz singt in sechs bis sieben Sprachen – darunter Serbisch, Bosnisch, Deutsch, Englisch, Spanisch, Arabisch und Französisch. Nicht jedes Wort ist zu verstehen und trotzdem versteht man alles. Ihr geschmeidiger Mix aus Pop, Balkan, Chanson und Brass braucht keine 1:1-Übersetzung – die Verbindung zum Publikum entsteht einfach ganz von selbst.
Und bloß nicht optisch täuschen lassen: Da sind häufig nur Bilder mit drei Herren der Šuma-Čovjek-Schöpfung in Umlauf! Ehe man sich versieht, trippelt aber glatt eine ganze Fußballmannschaft auf - zumindest zahlenmäßig. Ihr Spiel ist fürwahr ein anderes. Nicht auf grünem Rasen, sondern auf stabilen Bühnenbrettern manövriert sich die Band geschickt durch einen Themenparcours aus Sprachen und Kulturen, Identität, Verantwortung und Transformation. Vor allem Letzteres prägt auch ihr aktuelles Album Ringišpil. Das „Karussell“ aus zehn emotionalen Songs dreht sich um das, was sie in im Leben aufreibt und umgibt.
Der Klang ist mindestens genauso vielseitig: Streicher und Bläser, kraftvoller Sprechgesang, Hymnen, ruhige Melodien oder pulsierende Beats. Musikalisch sollte man sich also lieber nicht auf eine bloße Balkan-Partyband einstellen. Šuma Čovjek bewegt sich nuancierter und hat neben poppigem Balkansound auch Balladen, orientalische Klänge oder Chanson im Gepäck - mal quietschfidel, mal melancholisch bewegt, verträumt oder leicht überdreht. Immer tanzbar! Und damit ihr auch vor euren Nachbarn aussprechen könnt, wohin die Reise am 19. August geht: Schuma Tschovjek – so oder so ähnlich sollte ihr Bandname in den Gassen von Jena erklingen. Und wenn es bei der Sprache hapert: Einfach ihre Musik anmachen!
Preis Information: Vorverkauf: 12,00 € Abendkasse: 17,00 €
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