Gehen. Kommen. BLEIBEN!
Mittwoch - 17. Juni 2026
ab 10:00
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Gustav-Hennig-Platz 5, 07545 Gera
Puppentheater am Gustav-Hennig-Platz Gera
Der Konzertsaal im Theater GeraDer Konzertsaal im Theater Gera
© Foto Ronny Ristok

Dokumentarisch-biographisches Objekttheater · Uraufführung
Ein Theaterprojekt von Josephine Hock und Miku Sophie Kühmel 
über Menschen von hier und ihre Geschichten

„Sobald meine Kinder die Schule beendet haben,
ziehe ich hier weg.”
Michael aus Gera, 47 Jahre alt

Zwei junge Frauen sind nach Gera gekommen, auf der Suche nach Spuren der Vergangenheit, die bis in die Gegenwart hinein wirken. Sie beginnen mit dem, was sie unmittelbar vor sich sehen: einen Bahnhof, der vom Fernverkehr abgekoppelt ist, leere Läden in der einstigen Einkaufsmeile, prachtvolle Villen, die von altem Glanz zeugen. Sie fragen sich: Was hält Menschen in Gera? Was bringt andere dazu, hierher zu ziehen? Was treibt diejenigen um, die die Region verlassen?

Gehen. Kommen. BLEIBEN! ist ein zweiteiliger Theaterabend, gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur. Er widmet sich dem Strukturwandel in Ostdeutschland, von dem Städte wie Gera seit dem Ende der DDR gezeichnet sind, und den Erfahrungen von Menschen, deren Biografien eng mit den Veränderungen der letzten Jahrzehnte verbunden sind - dem Bevölkerungsverlust und dem Verlust von Arbeitsplätzen, den Brüchen und Neuanfängen, dem Weggehen, Ankommen und Bleiben.
 
In einer mehrmonatigen Projektrecherche hat das Regieteam Menschen aus Ostthüringen getroffen, die aus ihrem Leben erzählten —  von Dingen, die Erinnerung auslösen und Geschichten in sich tragen: Ein alter ABBA-Beutel, der eine Frau in ihrer Jugend begleitet hat und mit ihr fortgegangen und wieder zurück gekehrt ist, eine alte Schreibmaschine, auf der ein folgenschweres Flugblatt geschrieben wurde, ein Wollknäuel aus der Altenburger Wollspinnerei…
Anhand von Gegenständen werden die persönlichen Erinnerungen auf der Bühne lebendig, erzählt und gespielt von zwei jungen Puppenspielerinnen. 
Im zweiten Teil des Abends laden wir das Publikum zum Gespräch ein, zum Zuhören und zum Erzählen, zum Dialog zwischen Jung und Alt — zwischen Hiergebliebenen, Hergekommenen, Weggegangenen und denen, die gerade vor der Entscheidung stehen: gehen oder bleiben?  

Gefördert mit Mitteln der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur

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