Der „ostdeutsche Uli Stein“
Ausstellung im Greizer Satiricum würdigt Heinz Jankofsky mit über 100 Werken aus mehr als vier Jahrzehnten
Einem ganz Großen der Humorzeichnung – Heinz Jankofsky (1935-2002) – widmet das im Greizer Sommerpalais beheimatete Satiricum eine große Ausstellung. Sie präsentiert eine über vier Schaffensjahrzehnte reichende Werkauswahl, die mit Unterstützung der Cartoonlobby Stiftung zusammengestellt wurde. Mit über 100 Exponaten sind so viele Jankofsky-Werke versammelt, wie bisher nur selten.
Der gebürtige Berliner gehörte zu den bekanntesten Künstlern der Gattung in der DDR. Auch nach der Wende konnte er sich mit seinen gezeichneten Kommentaren zum Zeitgeschehen behaupten und eine große Fangemeinde begeistern. Nicht nur heutige Leser der Satire-Zeitschrift „Eulenspiegel“ kennen ihn, sondern z.B. auch die der „SUPERillu“. In den 1970er Jahren bildete er seine charakteristischen Figurentypen heraus – Männer mit Gurkennasen und meist etwas korpulentere Frauen mit kleinen Knollennasen. Aber er konnte auch Haustieren, mit Vorliebe Katzen. Seine markanten Typen und der Erfolg der Pointen brachten ihm den Ruf eines „ostdeutschen Uli Stein“ ein.
Um seine Ideen zu finden, setzte er sich vormittags in ein Café in Pankow oder am Berliner Alex, trank viel Kaffee und beobachtete. Die sich einstellenden Assoziationen hielt er mit Bleistift fest, mal mit Text, mal ohne, aber immer mit einer guten Pointe. Die Ausarbeitung in Tusche am heimischen Schreibtisch wäre dann „reines Handwerk“, erläuterte der Künstler 1985 in einem Interview.
Parallel dazu läuft im Satiricum noch die Erinnerungsausstellung für Manfred Sondermann (1938-2025), einem Generationsgefährten, der ebenfalls den Beruf eines Schlossers erlernte und ursprünglich aus Berlin stammte. (Ulf Häder)
-->> Ausstellung. Jankofsky (1935 – 2002). Einer von uns
bis 01.11.2026
-->> Ausstellung. Sondermann
bis 04.10.2026
Di-So/Feiertag 11-17 Uhr
Staatliche Bücher- und Kupferstichsammlung Greiz
Bild: Heinz Jankofsky: Ich kaufe ein A (Glücksrad-Show), 1993, Tusche, aquarelliert, Cartoonlobby Stiftung Königs Wusterhausen